„‚Wildnis‘ ist ein Wort der Weißen.
Für uns ist die Natur nicht wild – sie ist die Kraft, die uns nährt und schützt, denn sie ist unsere Mutter.“
(First Nations)
Diese Worte beschreiben sehr gut, wie ich die Natur empfinde.
Mein Name ist Pascal. Ich arbeite als Pädagoge an der Waldorfschule in Graz und begleite im Forest Camp Menschen dabei, die Natur wieder als lebendigen Lernraum zu entdecken.

Aufgewachsen in den Alpen waren Wälder, Seen und Berge für mich von klein auf mehr als nur Landschaft. Sie waren Orte des Entdeckens, des Staunens und des Lernens – Orte, an denen man spürt, dass der Mensch Teil eines größeren Ganzen ist.
Eine besondere Verbindung führt mich nach Finnland. Mein Großvater lebte viele Jahre dort. Obwohl ich ihn nie kennenlernen konnte, sind seine Geschichten über das Leben im Norden Teil unserer Familiengeschichte geworden. Sie erzählen von endlosen Wäldern, stillen Seen und einer Kultur, in der der Mensch der Natur mit Respekt begegnet. Diese Bilder haben meine Vorstellung von Natur bis heute geprägt.
Später führte mich ein längerer Aufenthalt bei meiner Verwandtschaft nach Kalifornien. Dort lernte ich nicht nur neue Landschaften kennen, sondern begegnete auch erstmals den Traditionen der First Nations. Ihre Sicht auf die Natur – als lebendiges Gegenüber und als Ursprung allen Lebens – hat mein Verständnis von Naturpädagogik tief beeinflusst.
Heute verbinde ich meine pädagogische Arbeit mit Wildnispädagogik und Bushcraft. Dabei geht es mir nicht um Abenteuer oder Überlebenstechniken. Es geht um Erfahrung, Aufmerksamkeit und Beziehung.
Im Forest Camp begleite ich Kinder, Jugendliche und Erwachsene dabei, den Wald wieder als das zu erleben, was er sein kann:
Ein Lehrer.
Ein Spiegel.
Ein Ort der Verbindung.
Ein Ort, an dem wir uns erinnern können, dass wir selbst Teil der Natur sind.
